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Boleslaw Bierut

 

Bolesław Bierut (1892-1956) - Politiker und kommunistischer Aktivist, Staats- uns Ministerpräsident Polens, Mitgründer der Volksrepublik Polen und Staatsratvorsitzender. Sein wahrer Name lautete: Bolesław Biernacki und „Bierut" war sein Pseudonym. Dabei verwandte er auch weiter Pseudonyme, wie „Tomasz" und „Janowski".


Er ist am 18. April in Rury Jezuickie bei Lublin geboren. Bierut stammte aus einer Bauernfamilie. Nach einiger Zeit ist er mit seiner Familie na Lublin umgezogen, wo er die Ausbildung angefangen hat. Die Schule hat er aber nicht abgeschlossen, weil er im Jahre 1905 aufgrund der aktiven Teilnahme an den Arbeiterprotesten verwiesen wurde. Die Schule, die Bierut besuchte, wurde durch die lokale Kurie geleitet. Aus diesem Grund wird vermutet, dass er zum Geistlichen geweiht sein könnte. Als jugendlicher hatte er als Setzer gearbeitet. Er hatte auch die Abendschule im Bereich Handel besucht und schloss damit die Ausbildung ab. Im Jahre 1912 begann die politische Karriere von Bierut, als er die Polnische Sozialistische Partei - Linke (Polska Partia Socjalistyczna-Lewica, PPS-Lewica) beigetreten hat. Er hatte damals zum ersten Mal gegen das geltende Recht verstoßen, indem er radikale Thesen verbreitete. Man kann deshalb sagen, dass er im Hinblick auf seine Anschauungen durch den polnischen Staat verfolgt wurde. Während des Ersten Weltkrieges musste er sich unter den Decknamen Bielak verstecken. Seine politische Aktivität brachte ihn zur Kooperation mit der Kommunistischen Partei Polens (Komunistyczna Partia Polski, KPP), die er im Jahre 1918 beigetreten hat. In den 20er Jahren hatte er die Aufmerksamkeit der Kommunisten aus Moskau geweckt, wo er mehrmals zu Schulungen geschickt wurde. Bieruts aktive Tätigkeit wurde schnell belohnt, da er bereits in den Jahren 1925-1927 die Stelle des Mitglieds des Zentralkomitees (ZK) von KPP belegte. Mit seinem raschen Aufstieg in der kommunistischen Hierarchie wurde er durch polnische Behörden als Bedrohung für Polen betrachtet, wofür er mehrmals verhaftet wurde. Im Jahre 1927 begann er die Ausbildung in der Internationalen Lenin-Schule (Międzynarodowa Szkoła Leninowska). In 1930 wurde er als Geheimagent der Komintern nach Bulgarien geschickt, wovon er sich nach Österreich und Tschechoslowakei begab. Die Ernennung Bieruts zu solcher wichtigen Funktion wurde eine wichtige Auszeichnung in seiner relativ jüngen politischen Kariere. Im Jahre 1932 kehrte er wieder nach Polen zurück, um die Funktion des Sekretärs des Kreiskomitees von KPP in Łódź zu übernehmen. Er wurde aber durch polnische Behörden als politischer Verbrecher zu 7 Jahren Haft verurteilt. Seine Verhaftung fand am 11. Dezember 1933 statt. Sein Gerichtsverfahren dehnte sich aus und die Verurteilung erfolgte erst im Februar 1935. Im Jahre 1938 wurde er infolge der Amnestierung freigelassen. Paradox ist, dass die Verhaftung Bieruts ihn vor den Repressionen schützte, weil er die damals stattfindeten stalinschen Säuberungen sicher abwartete. Letztendlich wurde in 1938 die Kommunistische Partei Polens aufgelöst. Im Jahre 1939 begann er, als Buchhalter in Warschau zu arbeiten. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, beschloss er sich auf die durch Rote Armee besetzten Gebiete zu begeben. Zur Zeit der Okkupation arbeitete er in Minsk, wo er erneut seine Identität änderte und als Weißrusse auftrat. Dort arbeitete er für den NKWD. Früher entschied er sich für die Annahme der sowjetischen Staatsbürgerschaft bei gleichzeitiger Ausschlagung der polnischen. Die sowjetischen Behörden beschlossen, das politische Potenzial von Bierut und sein blindes Übergeben der Anweisungen aus Moskau auszunutzen. Im Juli 1943 wurde er nach Polen verlegt, wo er die Polnische Arbeiterpartei (Polska Partia Robotnicza, PPR) beitrat. Er wurde zum Mitglied des Zentralkomitees der Partei gewählt. Dort ist er schnell in einen Konflikt mit einem aktiven PPR-Mitglied, Władysław Gomułka, geraten, der sich gegen ein gedankenloses Übergeben der Machtgeber aus Kreml und der Einführung des kommunistischen Systems in Polen widersprach. Am 31. Dezember 1943 wurde der Staatsrat mit Bierut an der Spitze gegründet. Die ganze Zeit führte er einen stillen Krieg mit Gomułka und sandte nach Moskau mehrere Anzeigen gegen ihn. Gleichzeitig hat er an den Gründung der Vorläufigen Regierung der Polnischen Republik teilgenommen. Im August verreiste er nach Moskau, wo er Stanisław Mikołajczyk traf, der damals ein Hauptkandidat für das Amt des Ministerpräsidenten des neuen Kabinetts war. Zu einem weiteren Treffen der beiden Politiker aus fremden politischen Gruppierungen kam es erneut im Oktober 1944 in Moskau. Eine Einigung wurde aber nicht erreicht, was die sowjetische Seite zur Suche nach einer anderen Lösung des Problems zwang. Am 1. Januar 1945 haben sie die Vorläufige Regierung der Republik Polens berufen. Im April 1945 nahm Bierut an den Verhandlungen mit Stalin teil und war bei der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages zwischen Polen und Sowjetunion anwesend. Im Juni 1945 verreiste er wieder nach Moskau, wo bereits die Besetzung der Vorläufigen Regierung der Nationalen Einheit bestimmt wurde. Am 28. Juni verkündete Bierut die Regierungsbesetzung und stand selbst an ihrer Spitze. Im Dezember 1945 wählte ihn die PPR zum Mitglied des Politbüros der Partei. Am 5. Februar 1947 hat ihn der Verfassungsgebende Sejm zum Staatspräsidenten Polens gewählt. Diese Funktion belegte er bis zur Abschaffung des Amtes infolge der Verfassung der Volksrepublik Polen im Juli 1952. Während seiner Amtszeit hatte er die Anweisungen aus Moskau eifrig realisiert und führte zur endgültigen Auseinandersetzung mit Władysław Gomułka zu. Am 22. Dezember 1948 wurde er zum Vorsitzenden des Zentralkomitees der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (Polska Zjednoczona Partia Robotnicza, PZPR) gewählt, die aus Gliederung von PPR (Polnische Arbeiterpartei) und PPS (Polnische Sozialistische Partei) entstand. Seit 21. November 1952 bis zum 18. März 1954 hatte er das Amt des Ministerpräsidenten der Volksrepublik Polen belegt. Seine Amtszeit kann man als die Zeit der Repressionen gegen die Opposition und den polnischen Untergrund beschreiben. Er war auch für die Verfolgungen der Soldaten der Polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa) verantwortlich. Bierut bemühte sich den Wiederaufbau Polens nach sowjetischen Anweisungen zu realisieren, die keine guten Ergebnisse brachte. Er ist am 12. März 1956 in Moskau während des 20. Parteitages der Kommunistische Partei der Sowjetunion (poln. Abk. KPZR, deut. Abk. KPdSU) gestorben. Um seinen Tod entstanden mehrere Kontroversen. Es wird vermutet, dass es sich in diesem Fall um einen gut vorbereiteten Mord handelte.

 

 

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