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Marienburg

 

Der Bau des Schlosses in Marienburg dauerte vom Ende des 13. bis Hälfte 15. Jahrhunderts. Seine Errichtung war eng mit dem Orden der Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem verbunden - der mehr als Deutscher Orden bekannt ist.

Der Bau des Marienburger Verteidigungskomplex wurde in einem Ort mit besonderen Verteidigungseigenschaften konzipiert. Das Schloss wurde am nördlichen Rande einer relativ schmalen Halbinsel errichtet, die aus einer Seite von dem Fluss Nogat (westlich und teilweise nördlich) und aus anderer Seite von einem breiten und sumpfigen Tal (nordöstlich und östlich) umgeben war. Nur an der südlichen Seite gab es einen günstigen Zugang, der durch den Bau eines Verteidigungssystems mit Mauern und Gräben beschränkt wurde. Durch dieses Tal floss früher ein kleiner Wasserlauf, der das Wasser von umliegenden Sümpfen abfuhr und der noch in den Plänen aus dem 19. Jahrhundert vorhanden war. Der im 12. Jh. quer zum Flusskanal aufgeschütteter D

amm bildete einen breiten See, der in den ältesten Gemälden von Marienburg aus dem 15. Jh. sowie in den Plänen aus der Zeit der polnisch-schwedischen Kriege dargestellt war. Er war ein weiteres Element des Verteidigungssystems. Der höchste Punkt des Gebietes, der wahrscheinlich durch natürliche Niederungen von der Halbinsel getrennt war, befand sich an der Stelle des heutigen Hochschlosses. Dort im Jahre 1278 haben die Ritter des Deutschen Ordens den Bau des Marienburger Schlosses begonnen.

 

 

Anfänge

 

1278 - Baubeginn

1280 - Verlegung des Sitzes des Konventes von Zantyr nach Marienburg.

Der Bau begann mit der Absteckung und Errichtung eines das Konventsschloss umfassenden Ringmauers, der als ein Rechteck mit Abmessungen 52 m

x 61 m geplant wurde. In den Ecken wurden charakteristische für die Ordensschlösser Türmen platziert, die in der Schlussphase oberhalb der Maschikulis errichtet wurden und die Ziergiebel der einzelnen Flügel des Schlosses betonnen sollten. Sie hatten zusätzlich eine Schutzbestimmung, da sie den Beschuss aus vier Seiten ermöglichten.


Anders, als in den sonstigen durch den Orden errichteten Schlössern, wurde die Einfahrt platziert. Diese beginnt bei dem ursprünglichen Vorschloss (heute Mittelschloss) und führt bis zur nordwestliche Ecke des Schlosses. Solche Lösung hängte von den topografischen Bedingungen ab, weil der hohe Grat mit leichtem und langem Abhang, eine ideale Wahl für die Planung des Einfahrtsweges war. An der Innenseite des Ringmauers von dem Konventsschloss befanden sich solche Gebäude, wie z. B. Kapelle, Kapitelhaus und Dormitorien. Im Jahre 1280 wurde aus Zantyr nach Marienburg der Konvent verlegt. Die ersten Ordensbrüder wohnten in dem früh gebauten Nordflügel. Als nächster wurde der Westflügel errichtet, wo sich der Remter und die Komturstube befanden. Das Kloster-Schloss wurde am Ende des 12. Jahrhunderts mit einem Wehrmauer umgeben. Auf diese Weise entstand ein weiter Zwinger, der als ein Ort für Spaziergänge, als Lagerbereich (darunter auch als Kanonenlager) und als Friedhof der Ordensbrüder diente. In dieser Zeit wurde auch der Dansker gebaut (existiert bis heute), der mit dem Schloss durch einen 64 m langen Kreuzgang verbindet wurde. Er wurde als eine Verteidigungsanlage bestimmt. Obwohl dieser Turm mit einer Toilettenanlage heutzutage assoziiert wird, gehörte zu seinen wichtigsten Bestimmungen die Kontrolle des Weges, der durch die Brücken, Basteien (erhalten bis heute) und den Schustertor zur Stadt führte. Ähnlicher aber etwas kleinerer Pfaffenturm, wurde auf der Gegenseite, im nördlich-östlichen Teil des Wehrmauers errichtet. Beide Türme waren weitere Elemente der Wehranlagen, indem sie das Wehrkloster flankierten. Diese Bestimmung behielten die Türme bis zum 20. Jahrhundert. Damals haben die in dem Dansker versteckten deutschen Truppen einige sowjetische Panzer zerstört, die das Schloss von der Stadtseite stürmten. Pfaffenturm hatte ihre Wehrbestimmung nach dem Ausbau der Schlosskirche verloren.

 

14. Jahrhundert

1309 - Schlossumbau

14. September 1309 - Verlegung des Ordenssitzes nach Marienburg

1330-1334 - Bau der Kirche der Heiligen Jungfrau Maria, Ausbau

Nach 1309 wurde das Schloss gründlich umgebaut und einige seine Teile änderten ihre ursprüngliche Bestimmung. Die Macht des Ordens hat wesentlich zugenommen, besonders im Hinblick auf weitere Militärerfolge im Pommern. Dabei wurde über die Verlegung von dem Sitz des Hochmeisters aus Venedig nach Marienburg entschieden. Damit wurde der erforderliche Ausbau des Schlosses verbunden, der die Hauptstadt des Ordensstaates sein sollte. Bisheriges Konventsschloss wurde zum Haupthaus des Deutschen Ordens. Es begann der Bau von weiteren Schlossflügeln. Am Anfang wurde der Südflügel errichtet und nachher der Ostflügel. Aufgrund der kontinuierlich zunehmenden Zahl der Ordensbrüder wurden in den neu errichteten Flügeln Dormitorien, Remter und ein Hort aufgebaut. Obige Geschosse wurden als Lager- und Speicherorten bestimmt. Auch die Mauern wurden befestigt. Auf deren Kronen wurden zusätzliche Wehrgänge aufgebaut, die gesamt mit dem Hauptturm und den Ecktürmen ein miteinander verbundenes System der Wehranalgen bildeten. Auf dem Erdgeschoss und in den Kellern befanden sich verschiedene Nutzräume, wie: Lebensmittellager, Konventküche, Brauerei und sonstige Räume.

Wesentliche Änderungen wurden in dem Zeitraum von 1330-1334 vorgenommen. Die gesamte äußere Gestaltung und die Verteilung der Innenräume des Klosters wurden geändert. Der Nordflügel, in dem sich bisher die Kapelle befand, wurde ausgebaut. Anstelle der Kapelle wurde ein zweigeschossiges Sakralobjekt errichtet, mit der Kirche der Heiligen Jungfrau Maria (befindet sich in der Wiederaufbauphase nach Kriegszerstörungen) und mit der Annenkapelle im Ober- und Erdgeschoss unter Presbyterium.

Im Mittelalter diente sie als Bestattungsort der Hochmeister des Deutschen Ordens. In dieser Zeit wurde auch der Glockenturm ausgebaut und vergrößert. Er war ein weiterer Teil der Befestigungen, indem er als ein Wach- und Beobachtungsgebäude diente. Mittels einer Reihe von Rauch- und Feuersignalen wurden auf schnelle Weise bestimmte Mitteilungen zwischen Nachbarschlösser (wie Dirschau, Danzig, Elbing, Christburg) ausgetauscht and auch mit der Sommerresidenz der Hochmeister in Stuhm.

Der scheinbar karge Körper des Kloster-Schlosses wurde mit schmückenden Türmen, Wehrgängen, zierenden Friesen und Maßwerken dekoriert. Besonders auffallend waren aber die Portalfenster, die religiöse Motive dargestellt haben. Dadurch gab man den mächtigen Mauern eine leichte optische Erscheinung.

Ein getrennter Teil, der aber zu den Gebäuden des Konventsschlosses gehörte, war die Kirche. Sie war ein hervorragendes Beispiel für die Verbindung der religiösen Motive mit damals modernen architektonischen Lösungen. Das war eine repräsentative Kirche des Ordensstaates in Preußen. Seit dem 14. Jahrhundert unterscheidet sich dieses Gebäude in seiner Bebauung von den anderen Anlagen an der Ostseite des Schlosses. Eine 8 m hohe Skulptur der Madonna mit dem Jesuskind, der Schutzheilige des Ordens, hat den Effekt noch betonnt. Die Skulptur war infolge der Kriegshandlungen im Jahre 1945 zerstört und ist nicht wiederaufgebaut worden.

Direkt nördlich von dem Konventsschloss befanden sich die Bebauungen des Vorschlosses. Dieses hatte eine Nutz- und Lagerbestimmung. Das Vorschloss verfügte über ein eigenes System der Verteidigungsanlagen in Form von einem Ringmauer, vier Ecktürmen, einem Torturm und einem Wassergraben. Es befanden sich dort die zwei ältesten Gebäude und eins von denen enthielt ein Zeughaus. Heutzutage anstelle des damaligen Vorschlosses befindet sich das Mittelschloss. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts begann man mit dem Bau der Residenz der Hochmeister, die anstelle des Vorschlosses errichtet wurde. Im Unterschied zum Hochschloss-Kloster wurde dieser Teil, der als Mittelschloss genannt wird, auf einer relativ großen Fläche geplant. Aufgrund seiner Bestimmung hat man auf die Wehrfunktionen dieses Bereiches verzichtet und mehr den Wert auf Nutz- und Repräsentationsfunktionen gelegt. Der Unterschein in Bebauung ist auch bis heute sichtbar. Auf dem Mittelschloss entstand, im Hinblick auf die Gebäude des Vorschlosses, eine dreiflüglige Bebauung, die in Richtung des Hochschlosses geöffnet war. Aus strategischen Gründen war das eine Standardbauweise in diesem Gebiet. Nach einer eventuellen Eroberung des Mittelschlosses waren die Stürmenden gegenüber den Verteidigern in dem Hochschloss nach wie vor zur Schau gestellt. Nebst der Einfahrt in das Hochschloss, nach Umbau eines alten Zeughauses, wurde gesamt mit der Kapelle St. Katharina ein Wohnhaus für den Hochmeister errichtet. Am Ende des 14. Jahrhunderts wurde dieses Gebäude unter Leitung von Nicolaus Fellenstein zum Hochmeisterpalast ausgebaut, der in seiner Form das heutige Bauwerk erinnert. Dabei hat man Repräsentationssäle entworfen: Sommer- und Winterremter, Hohe Siele. Ausgebaut wurden auch die Privatstuben des Hochmeisters. Derartig ausgebauter Palast wurde aus der Seite des Innenhofes mit einer zierenden Fassade dekoriert. Im Erdgeschoss befanden sich: die Kanzlei, das Archiv und das Skriptorium. Gerade in der letzten Anlage, im Skriptorium, entstand die erste Karte von Westpreußen. Man hat auch mit den Malerarbeiten begonnen. Heutzutage können wir nur den geringen Teil von damaligen Ornamenten und dekorativen Gewölben bewundern, die den Hochmeisterpalast von den übrigen Schlossanlagen unterschieden. Aus nördlicher Seite hat sich an den Palast der Westflügel, der den Großremter beinhaltet, angeschlossen. Er war der größte Raum des Schlosses, der folgengende Abmessungen hatte: 15 m x 30 m. Prunkvolle Festessen für mehr als 400 Personen fanden dort statt. Kleinere Feiern wurden in den Palasträumen, abhängig von der Jahreszeit - im Sommer- oder Winterremter, veranstaltet. Beide Räume zeichneten sich durch große artistische Werte aus, was in Verbindung mit entsprechend ausgewählten Einrichtungen eine einzigartige Erscheinung sicherte. Die bis heute erhaltenen Rechnungsbücher zeigen, wie prunkvoll das Leben des Hochmeisters des Ordens war. Marienburg unterschied sich nicht in diesem Aspekt von den anderen damaligen europäischen Hauptstädten. Ritterturniere, Jagden, prachtvolle Festessen und andere Feste wurden in Marienburg veranstaltet. Ostflügel des Mittelschlosses wurde für die Ordensgäste bestimmt. Auf der Suche nach dem Ruhm im Kampf gegen die Heiden, und für diese galten die einheimischen Bewohner von Preußen, haben sie Marienburg in Vielzahl besucht. Im Nordflügel befand sich der Sitz des Großkomturs, Krankenhaus des Ordens (Infirmerie) und der Torturm.

Der größte Teil der Festung Marienburg war das Vorschloss, das auch als Kleinschloss genannte wird. Es entstand beinahe parallel mit dem Mittelschloss, auf einer weiten Haffterrasse der Nogat. Hier befand sich auch das wirtschaftliche Hinterland des Ordens. Werkstätte, Lager, Zeughäuser, Pferde- und Kuhställe, Speicher, Krankenhaus und Wohnräume der Dienstleute. Hier befand sich auch die St.-Lorenz-Kirche, deren Trümmer wir auch heutzutage besichtigen können (anstelle der St.-Lorenz-Bastei, vor dem Einfahrtstor in das Mittelschloss). Wie ähnliche Militärbebauungen, verfügte das Vorschloss über ausgebautes System von Wehrmauern mit eingebauten Einfahrtstoren. Die gesamte Anlage wurde von einer Reihe der Gräben umgeben. Marienburg verfügte über einige Einfahrtstore aber alle führten nacheinander über das Vorschloss, das Mittelschloss bis zum Hochschloss. Beispielweise: die Gäste, die aus der westlichen Seite kamen, müssten insgesamt 14 Tore, 4 Zugbrücken und 3 Gittertore überqueren. Ähnlich sah die Einfahrt aus der westlichen Seite - durch den errichteten in den Jahren 1418-1420 Neuen Tor.

Besetzung solcher mehreren Befestigungen verlangte einer starken und disziplinierten Garnison. Das war nicht der Regel, wovon zeugte die spektakuläre Flucht des litauischen Großfürsten Kenstut aus der Zelle im Herzen der Marienburger Festung - im Hochschloss. Diese Vytautas-Zelle (Vytautas - der Großfürst von Litauen, wurde dort nie festgehalten) kann heute nach dem Eingang ins Hochschloss besichtigt werden. Auch vertrauliche Informationen flossen aus Marienburg relativ oft heraus. Ein Beispiel von damaligen polnischen Geheimagenten war Stanislaus aus Bolemin - der Höfling von Ulrich von Jungingen und gleichzeitig das Mitglied der Eidechsengesellschaft.

 

15. Jahrhundert

1410 - Erste Belagerung des Schlosses

1414 - Umbau der Befestigungen

1454 - Zweite Belagerung des Schlosses

1457 - Verkauf des Schlosses an polnischen König Kasimir der Jagiellone, Verlegung der Hauptstadt des Ordens nach Königsberg

1457-1460 - Kämpfe um Schloss Marienburg, Zerstörung des Artushofes und des Rathauses

1466 - Marienburg wird zur Hauptstadt der Wojewodschaft

Nach der verlorenen Schlacht bei Tannenberg im Sommer 1410 begann die erste Belagerung des Ordensschlosses in Marienburg. Der neue Hochmeister, Heinrich von Plauen, beschloss die Stadt in Brand zu setzen und die Bevölkerung zum Schloss überzusiedeln. Die zwei Monate lang dauernde Belagerung war zwar erfolglos, aber sie bewies auch die Notwendigkeit der Änderungen im System der Verteidigungsanlagen, das mehr Wert auf sie Artillerie legen würde. Die Kanonenkugeln trafen das Schloss und eine von denen hat das Interieur des Sommerremters erheblich beschädigt, was auch zur Entstehung einer Legende beitrug. Dieses authentische Ereignis wurde von den Historikern und Konservatoren bestätigt. Die Schlossverteidiger haben diese Kugel in die Ostwand des Sommerremters als ein Symbol einer ausdauernden Verteidigung eingemauert.

Sofern die Belagerung endete, begann man mit dem Umbau der Befestigungen, vor allem in der Nord- und Ostseite. Im Jahre 1414 entstanden Erdwerke, die an die Nutzung der Schusswaffen angepasst waren. Am Ende der 40-er Jahren des 14. Jahrhunderts hat man entlang den Außenwällen Betonbasteien gebaut, die einen Flankenbeschuss mit Schusswaffen ermöglichten.

Im Jahre 1454 gab es eine zweite Belagerung, die diesmal sechs Monaten dauerte. Marienburg blieb trotzdem unerobert. Nach der verlorenen Schlacht bei Konitz hat die polnische Armee auf weitere Kämpfe und auf Belagerung verzichtet. Im Jahre 1457 befand sich das Schloss Marienburg unter polnischer Besatzung.

Genauer gesagt: das Schloss wurde durch die Ordenssöldner an polnischen König verkauft. Der Orden geriet in dieser Zeit in finanzielle Schwierigkeiten und war nicht in der Lage den Söldnern ihren Sold zu bezahlen. Für eine große Summe im Wert von 190.000 ungarischen Florinen kaufte der polnische König Kasimir der Jagiellone das Schloss und konnte am 7. Juni mit seinen Höflingen in Marienburg ankommen. Es begann eine 315 Jahre dauernde polnische Herrschaft über Marienburg. Die Hauptstadt des Ordensstaates wurde nach Königsberg verlegt. Im September 1457, aufgrund des Verrates des damaligen Bürgermeisters von Marienburg - Bartłomiej Blume, hatte der Orden wieder in die Stadt einmarschiert. Diesmal hat die gut geplante Strategie der Befestigungen gegen die Armee des Deutschen Ordens gewirkt. Polnische Besatzung des Schlosses hat den Sturmangriff abgewehrt. Erst aber nach drei Jahren, im September 1460, kehrte die polnische Armee wider in die Stadt zurück.

Kriegshandlungen haben die Gestaltung des Schlosses stark eingeprägt. Mehrere Gebäude wurden zerstört, darunter auch die Kirche, der Artushof und das Rathaus.

Nach dem Zweiten Frieden von Thorn im Jahre 1466 wurde Marienburg zur Hauptstadt der Wojewodschaft. Im Schloss amtierten sich Provinz- und Lokalbehörden. Der Hochmeisterpalast wurde zur Residenz der polnischen Könige. Im Schloss befand sich eins der größten Arsenale der polnischen Armee, mit einer ständigen Besatzung, die 200 Personen zählte.

 

16.-18. Jahrhundert

1626 - Übernahme von Marienburg durch schwedische Truppen

1629 - Ausbau des Systems der Erdwerke

1772 - Eintritt der preußischen Armee, Zeit der preußischen Devastation von Friedrich II

1812-13 - Eintritt der napoleonischen Truppen, Modernisierung der Verteidigungsanlagen

Ende des 16. Jahrhunderts war mit einer weiteren Modernisierung der Wehranlagen der Marienburger Festung verbunden. Während der polnisch-schwedischen Kriege fiel die Stadt vielmals von Hand zu Hand. Die polnische Besatzung der Festung war nicht für eine Belagerung vorbereitet. Deswegen befand sich Marienburg am 19. Juli 1626 in Herrschaft des schwedischen Königs - Gustav II. Adolf. In Jahren 1626-1627 wurden die Wehranlagen vom Marienburg modernisiert. In Nord- und Ostseite haben die Schweden eine reihe von Erdwerken gebaut. Die Trümmer von diesen Befestigungen blieben bis heute erhalten (Erhebung, auf der die Skulptur von Henryk Sienkiewicz steht). Im Jahre 1628 entstanden weitere Wehranlagen, die sich aus Basteien, Tenaillen und Redouten bestanden. Auf einem derartig versicherten Gebiet befand sich ein Armeelager mit 10.000 schwedischen Soldaten.

Die Wehranlagen von Marienburg wurden je nach der politischen und wirtschaftlichen Lage der nächsten Schlossherrscher umgebaut. Mit der Änderung der Strategietheorie am Ende des 18. Jahrhunderts hat sich erwiesen, dass das System von Wehranalgen in Marienburg veraltet und zerstört ist. Kontinuierlicher Untergang des Schlosses erfolgte nach dem Jahre 1772, als Herrschaft über Marienburg die preußischen Truppen übernahmen. Im Jahre 1774 hatte man die letzte Kanone verkauft, um für das Geld eine Feuerwehrpumpe zu kaufen. Erst die Kampagne non Napoleon hat diesen Vorgang gestoppt. Nach Kriegszerstörungen im 17. Jahrhundert blieben von der ursprünglichen Festung nur verwahrloste Mauern übrig. Diese wurde durch wenige und schlecht bewaffnete Soldaten besetzt. Das Schloss verlor seine militärische Bestimmung und wurde eher zu wirtschaftlichen Zwecken genutzt.

Im Jahre 1772 wurde das Schloss durch preußische Truppen besetzt. Friedrich II. von Hohenzollern begann seine Herrschaft mit Empfang in Großem Remter eines Treueides seitens der Bevölkerung. Die Stellung des neuen Herrschers wurde durch praktische Veranlagung geprägt. Für das Schloss begann eine schwierige Periode, die in der Geschichte als Zeit der preußischen Devastation genannt wird. Gotische Gewölbe wurden zerstört. Das Schloss wurde zu Militärlagern und Kasernen umgewandelt. In Großem Remter, der als Repräsentationsraum des Ordensstaates galt, hat die Militär die Pferde eingeritten. Hochmeisterpalast wurde zur Webermanufaktur geändert. Mehrere Gebäude, darunter auch ein Teil des Danskers, die St.-Bartholomäus-Kapelle und der Tor bei der St.- Lorenz-Kirche. Der Abbau wurde unter Leitung von David Gilly durchgeführt. Die Devastation hat einen Widerspruch bei der Bevölkerung hervorgerufen, vor allem bei jüngeren Personen. Der Anreger der Widersprüche war Friedreich Gilly - der Sohn von dem Abbauleiter David Gilly. Im Jahre 1804 wurde der Abbau gestoppt.

Während der Napoleon Kampagnen befand sich Marienburg unter französischer Herrschaft. Diese endete aber im Jahre 1813. In diesem Zeitraum hat Marienburg den Status der Festung wiedergewonnen, was auf Kosten der Stadtentwicklung geschah. Bei einer weit geführten Modernisierung des Systems der Wehranlagen wurde u. a. das Heilig-Geist-Krankenhaus, der Vortor des Frauentors mit der Kapelle und mit dem Sandtor abgebaut. Die französische Herrschaft hat die Stadt ruiniert. Die Schulden hat man ers im Jahre 1830 zurückgezahlt.

 

19.-20. Jahrhundert

1830 - Beginn der "romantischen Restaurierung"

1882-1921 -  Wiederaufbau des Schlosses unter Leitung von Conrad Steinbrecht

17. März 1945 - Einnahme von Marienburg durch Rote Armee und Übergabe an die Volksrepublik Polen

1945-1950 - die Abteilung des Museums der Polnischen Armee

1961 - Gründung des Schlossmuseums in Marienburg

1997 - Eintragung in die UNESCO-Liste

Es begann eine Zeit, die in der Geschichte des Schlosses als "romantische Restaurierung" genannt wird. Gelichzeitig hatte man museale Gegenstände gesammelt und ausgestellt. Erst aber gründliche archäologisch-architektonische Untersuchungen unter Leitung von Conrad Steinbrecht ermöglichten die Durchführung einer großen Restaurierung des ganzen Schlosskomplex. In den Jahren 1882-1911 hat man anhand seiner Skizzen den Wiederaufbau des Schlosses vollgezogen. Nach Steinbrechts Tod wurde sein Lebenswerk durch seinen Schüler, Bernard Schmid, bis zum Jahre 1944 kontinuiert. Dank der Arbeit von diesen zwei Personen wurde das Schloss zu seiner mittelalterlichen Gestaltung restauriert. Geplantes Restaurierungsprogramm wurde fast vollkommen realisiert. Die Arbeiten wurden aufgrund der näher kommenden Frontlinie unterbrochen.

Im Juni 1944 hat die Führung der deutschen Armee beschlossen, Marienburg als Festung mit SS-Truppen zu besetzen. Die Kämpfe dauerten von Januar bis zum Anfang März im Jahre 1945. Infolge der Kriegszerstörungen wurde das Schloss, das zu den wertvollsten Denkmälern der Wehrarchitektur Europas gehörte, in 50 % zerstört.

Seit September 1945 befand sich das Schloss unter staatlicher Obhut. Im Zeitraum von 1945 bis zu 1950 war das Schloss eine Abteilung des Museums der Polnischen Armee in Warschau. Im Jahre 1959 hat das Ministerium für Kultur und Kunst das Schloss unter Leitung der Verwaltung für Touristische Anlagen (Zarząd Urządzeń Turystycznych) übergegeben.

Seit 1957 sorg für das Schloss die Marienburger Filiale der Polnischen Gesellschaft für Touristik und Heimatkunde (PTTK). Gleichzeitig werden die Renovierungsarbeiten unter Leitung des Woiwodschaftskonservators für Denkmäler aus Danzig durchgeführt. Im Jahre 1956 entstand das Ehrenamtliche Komitee für den Wiederaufbau der Marienburg. Am 1. Januar 1961 wurde das Schlossmuseum in Marienburg gegründet. Dieser Schritt wurde durch die Ereignisse aus dem 7. September 1959 beschleunigt. Es kam damals zu einem gefährlichen Brand der Dächer von Ost- und Nordflügel. Am 3. Juli 1965 wurde in dem zum Teil wiederaufgebauten Ostflügel eine Ausstellung der Bernsteine eröffnet, die bis heutigem Tag mehrere Touristen anzieht.

Im Dezember 1997 wurde das Schloss in Marienburg in die UNESCO-Welterbe-Liste eingetragen.

Dank der Zustimmung der Stadtbehörden wurde vor einigen Jahren gegenüber dem wertvollsten Fragment des Marienburger Schlosses ein Ponton-Restaurant aufgestellt. Enorme Abmessungen und Standort des Objekts haben die Harmonie und Ordnung der seit mehreren hundert Jahren gestalteten Marienburger Panorama gestört. Das wertvollste Kulturerbe - westliche Fassade des Hochmeisterpalastes, die durch das internationale Recht geschützt wird (befindet sich auf der Liste der UNESCO-Welterben), wurde durch leichtfertige Politik der lokalen Behörden entstellt. Auf diese Weise bekommt jeder Liebhaber der westlichen Panorama des Schlosses auf seinem Foto im Vordergrund den hässlichen Blick des Ponton-Restaurants. Kontinuierliche Bemühungen, diese Situation zu ändern, blieben nach wie vor ohne Lösung.

Seit dem Jahre 2000 wird im Juli 2. Hälfte auf dem Schloss eine Festfeier "Belagerung von Marienburg" veranstaltet. Das Fest ist eine sehr große Touristenattraktion. In diesen Tagen finden in Marienburg der Jahrmarkt von mittelalterlichen Handwerken sowie die Ritter-, Bogenschützen-und Armbrustschützen-Turniere statt. Auf dem Gebiet der Plauen-Wälle (östliche Seite des Schlosses) wird am Abend die Belagerung der Festung durch polnisch-litauenische Truppen aus dem Jahre 1410 veranstaltet. Dieses Ereignis zieht mehrere Ritterbruderschaften aus ganz Polen und auch aus Ausland an, was das Fest noch mehr sehenswürdig macht.

 

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