Geschichte von Przemyśl (deut. Prömsel)
- VIII Jh. – Auf dem Gebiet der heutigen Stadt hat sich der Stamm der Lendizen angesiedelt und ihr Fürst Przemysł-Lestek I (sein Name bedeutete Gerissenheit und Klugheit) gründete eine Stadt, die er als Przemyśl nannte.
- IX Jh. – Przemyśl wurde an Großmähren angeschlossen. Gründung von einer Missionsdiözese.
- 899 – Przemyśl wurde durch die Ungaren besetzt.
- 940-er – Begin einer Tribut-Abhängigkeit von der Kiewer Rus.
- 955 – Abhängigkeit von Tschechien
- 970-er – Anschluss an den Staat von Mieszko I. Erneute Gründung des Bistums.
- 981-985 – Włodzimierz Wielki (deut. Wladimir I.) eroberte die Burg.
- 1018 – Bolesław Chrobry (deut. Bolesław I.) schließt Przemyśl erneut an Polen an.
- 1031 – Przemyśl wieder durch die Kiewer Rus angeeignet. Beginn der jüdischen Ansiedlung in Przemyśl.
- 1069 – Nach Besetzung der Burg durch Bolesław Śmiały (deut. Bolesław II.) wurde sie für einige Jahre der Sitz des Königs.
- 1086-1344 – Die Stadt befand sich unter Herrschaft des Fürstentums Halytsch-Wolhynien. Periodisch als Hauptstadt.
- 1344 – Nach dem Tod des letzten reußischen Herrschers – Bolesław Jerzy – der das Land dem polnischen König als Erbe überlies, schließt König Kazimierz III Wielki (deut. Kasimir III.) Przemyśl mit sog. Rotreußen an Polen an.
- 1389 – Einführung von dem Magdeburger Stadtrecht. Man hatte eine gemauerte Burg errichtet, die von einer hohen Mauer mit Türmen umgeben wurde. Es entstanden neue Kirchen, Klöster und ein Rathaus.
- 1498 – Überfall von dem moldauischen Woiwoden - Stefan cel Mare, der die Stadt einnahm und sie den Soldaten als Beute überlies. Nach Ausplünderung der Stadt wurde sie vollkommen verbrannt.
- 1614 – Die Stadt wurde durch Kantymir Murza (deut. Khan Temir) vernichtet.
- 1648 – Die Kosaken unter Führung von Kopystyński haben die Stadt belagert und wurden nachher durch die Truppen von Karol Korniakt aus Sośnica geschlagen.
- 1656 – Przemyśl wurde durch die schwedischen Truppen von General Robert Douglas belagert und ist erst durch die Arme von Feldhetman Stefan Czarniecki befreit worden – was der Wendepunkt während des polnisch-schwedischen Krieges war, der zum Rückzug der schwedischen Truppen führte.
- 1657 – Die Stadt wehrte den Überfall von Jerzy Rakoczy (deut. Georg II. Rákóczi), dem Fürsten von Siebenbürgen, ab. Laut der Legende ist es der Reliquien eines lokalen Heiligen, die während einer Prozession den Angreifer gegenübergestellt wurden, zu verdanken.
- 1670 – Die Stadt wurde durch Andrzej Maksymilian Fredro, Wappen Bończa, (ca. 1620-1679) fortifiziert.
- 1672 – Die Umgebung von Przemyśl wurde durch die Tataren ausgeplündert, die nachher durch die Stadteinwohner unter Führung von Krystyn Szykowski besiegt wurden.
- 1772 – Nach der I. Teilung Polens befand sich die Stadt unter österreichischer Herrschaft. Dem Untergang folgte eine Stagnation. Diese endete erst infolge der Autonomie von Galizien nach dem Bau von Festung Przemyśl, der drittgrößten (nach Verdun und Antwerpen) Festung Europas.
- 1914-1918 – Harte Kämpfe um die Stadt wegen der Fortifikationen (Festung Przemyśl).
- 1918-1919 – Polnisch-ukrainische Kämpfe um die Stadt (Beteiligung von Orlęta Przemyskie (deut. Prömseler Adler) – Truppen von polnischer Jugend).
- 1918-1939 – Die Stadt war der Sitz von Kreisbehörden der Woiwodschaft Lemberg.
- 1931 – Laut der Volkszählung hatte die Stadt 62 272 Einwohner. Davon waren 39 430 (63,3%) römische Katholiken, 18 376 (29,5%) – Juden, 4391 (7%) – griechische Katholiken 85 (0,2%) – die Vertreter von anderen Religionen und Anschauungen. Przemyśl war eine der größten Städte zwischen Kraków (deut. Krakau) und Lwów (deut. Lemberg).
- 1939-1941 – Die Stadt war entlang der Fluss San geteilt – das Stadtviertel Zasanie befand sich unter deutscher Okkupation und die Altstadt – unter russischer.
- 1939 zwischen 15. und 19. September haben die Deutschen ca. 600 Personen erschossen.
- 1941-1944 - Ermordung fast aller jüdischen Einwohner.
- 1944 – Die Rote Armee marschiert mit Hilfe von Regimenten 38. und 39. der Polnischer Heimatarmee in die Stadt ein; Man plante hier die Hauptstadt der Woiwodschaft zu gründen. Schließlich wurde Rzeszów, aufgrund der zentralen Lage, für die Hauptstadt der Woiwodschaft gewählt.
- 1944-1947 – In der Nähe fanden Kämpfe mit UPA-Truppen (deut. Ukrainische Aufstandsarmee) statt, die das Denkmal von Orlęta Przemyskie in die Luft gesprengt haben. Das Denkmal wurde nachher nicht auf Plac Konstytucji (deut. Platz der Verfassung), wo es sich in der Zwischenkriegszeit befand, sondern bei der Fluss San wiederaufgebaut).
- 1945-1975 – Przemyśl war der Sitz von Kreisbehörden der Woiwodschaft Reszowskie.
- Am 2. Oktober 1963 r. – Infolge der Auseinandersetzung des kommunistischen Regimes mit der katholischen Kirche hatte man die Salesianische Schule geschlossen. Dies führte zu enormen Protesten der Einwohner von Przemyśl und resultierte mit Straßenkämpfen zwischen den Jugendlichen und der Truppen von kommunistischer Polizei und ZOMO (Bürgermiliz). Ca. 70 Personen wurden verhaftet und vor dem Gericht gestellt.
- 1975-1998 – Przemyśl als Hauptstadt der Woiwodschaft Przemyskie.
- 1991 – Besuch von Papst Johannes Paul II. Der Papst schenkte den Katholiken der Unierten Kirchen einen Dom, der früher zu den Jesuiten gehörte.
Ab 1. Januar 1999 – Przemyśl ist eine Kreisstadt (Kreis Przemyski) in der Woiwodschaft Karpatenvorland, deren Hauptstadt Rzeszów ist.





