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Schloss

 

Schloss der Pommerschen Herzöge in Stettin (Szczecin)

 

Vor dem Jahre 1124 befand sich auf dem Hügel ein slawischer Burgwall, der ein Sitz des Herzoges Wratislaw I. Nach der Verlegung des Sitzes der Westpommerschen Herzogtum durch den Herzog Barnim I. von Uznam nach Stettin, wurde der Herrenhof ausgebaut.

 

Die Anfänge des heutigen Schlosses reichen über das Jahr 1346 hinaus, als der Herzog Barnim III. die Privilegien der Stettiner Patrizier brach und den Bau des sog. „Steinhauses" begonnen hat. Nebst dem Steinhaus wurden die Hl.-Otto-Kapelle und das sog. „Große Haus" mit einem Fangelturm errichtet. Im Jahre 1428 brachen Unruhen in der Stadt aus, die durch die Armen und die Handwerker hervorgerufen wurden. Für die Niederschlagung der Proteste bekam der Herzog Kasimir V von dem Stadtrat eine große Geldsumme für den Ausbau und Befestigung des Schlosses. Der damals errichtete Südflügel wurde in dieser Zeit im spätgotischen Stil erhalten.

 

Nach dem Brand im Jahre 1530 begann man mit dem Umbau des Schlosses. Dieser dauerte 7 Jahre und resultierte mit dem Umbau des Steinhauses im Renaissancestil - zu einem zweistöckigen Gebäude mit Satteldach und Uhrenturm. Man hat auch den Ostflügel errichtet.

 

In den Jahren 1573-1582 hat der Herzog Johann Friedrich einen vollständigen Umbau des Schlosses durchgeführt. Sowohl das Steinhaus als auch die Hl.-Otto-Kapelle wurden niedergerissen. Der gotische Südflügel blieb erhalten, der Ostflügel wurde erhöht und der Nord- und Westflügel erbaut. Dadurch hat man den Innenhof geschlossen. Das Schloss wurde auch an Wasserleitung angeschlossen.


Am Anfang des 17. Jahrhunderts, während der Herrschaft von Filip II. und Franz I., hat man hinter dem Westflügel einen zweistöckigen, fünften Flügel (heutiger Museumsflügel) erbaut und somit einen zweiten, kleineren Innenhof erstellt.

 

Nach dem Aussterben der Greifendynastie, seit dem Jahre 1637, war das Schloss ein Sitz des schwedischen Statthalters und seit 1720 der preußischen Garnison. In 1752 hat Friedrich II. von Hohenzollern im Museumsflügel eine Münzprägerei gegründet.

 

Während der preußischen Herrschaft wurde das Schloss mehrmals umgebaut und auf die Bedürfnisse der dort stationierten Garnison angepasst. Zahlreiche Verzierungen wurden entfernt. Der größten Devastation seitens der preußischen Garnison unterlag das Schloss im 19. Jahrhundert. Das Gewölbe im Ostflügel wurde zerstört, der Südflügel wurde vollkommen umgebaut, die Laubengänge wurden abgetragen und im Innenhof wurden Treppenhäuser und Korridore erbaut.

 

Nach der Verlassung des Schlosses durch die Garnison im Jahre 1902 ist das Schloss in einen kontinuierlichen Untergang geraten. Die im Jahre 1925 aufgenommenen Renovierungsarbeiten sollten der Residenz ihre ehemalige Erscheinung wiederherstellen, wurden aber nach einem Jahr unterbrochen. Trotz vieler Pläne haben die deutschen Behörden bis zum Ausbruch des II. Weltkrieges keine komplette Renovierung unternommen. Im Jahre 1944 wurde das Schloss während der Luftangriffe erheblich zerstört.

In 1946 hat man mit den Sicherungsarbeiten bei Schlossruine begonnen und dabei auch u. a. die herzogliche Krypta aufgedeckt. Im Jahre 1948 wurden die archäologischen Arbeiten im Innenhof begonnen.


Der Wiederaufbau des Schlosses dauerte von 1958 bis zum 1989. Man hat seine Renaissanceerscheinung aus dem 16. Jahrhundert wiederherstellt.

 

Heute befindet sich dort das Marschallamt der Wojewodschaft Zachodniopomorskie, Opern im Schloss in Stettin, Konzertsaal (Bogistlavsaal), Ausstellungsräume, Kino „Zamek", „Teatr Zamek" (Krypta-Theater) und Kabarett „Piwnica Przy Krypcie" (Keller bei Krypta), Hochzeitssaal des Standesamtes, zwei Restaurants und kleines Museum. Im Schloss finden die meisten städtischen Ausstellungen statt und auf dem Innenhof des Schlosses werden Kulturevents und Konzerte veranstaltet.

 

Auf dem Turm des Schlosses kann man das foucaultsches Pendel bewundern - ein Beweis für die Erdrotation.

 

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