Der Wendepunkt in der Entwicklung der Stadt war die Entscheidung über Abschaffung der Wehranlagen. Im Jahre 1873 hat man mit dem Abbau der Festungen und der Stadtmauer angefangen und seit dieser Zeit begann der rasche Ausbau der Stadt. Die räumliche Entwicklung von Szczecin war damals ein Beispiel für die geometrische Stadtplanung, für die sternförmige Plätze und dreckige Parzellen mit Bauwerken repräsentativ waren. Eine weitere Etappe in der Stadtentwicklung begann um die Wende des 19. und 20. Jh. Damals fand die Eingliederung der bereits urbanisierten und bisher unabhängigen Wohnsiedlungen und Kleinstädte in die Stadtgrenzen von Szczecin statt. Die Entwicklung war mit dem Ausbau der kommunalen Infrastruktur verbunden. Im Jahre 1843 wurde der Bahnhof errichtet und zwischen 1843 und 1877 hat man die Zugverbindungen nach Berlin, Poznań (Posen), Wrocław (Breslau) und Gdańsk (Danzig) erstellt. In 1879 befand sich auf den Straßen von Szczecin die erste Pferdebahn und bereits in 1896 die elektrisch betriebene Straßenbahn. Im Jahre 1848 wurde das erste Gaswerk, in 1865 das Wasserwerk und in 1887 das erste Kraftwerk in Betrieb gesetzt. Am Anfang des 20. Jh. wurde die erste Kläranlage errichtet. Im Jahre 1897 startete die Eisenhütte. Der Hafen von Szczecin entwickelte sich dynamisch zwischen 1894 und 1898, wobei die Werft besonders in den Jahren 1870-1914.
Seit 16. bis zum Anfang 17. Jh. zählte Szczecin durch ca. 10 Tausend Bewohner. Dabei wurde die Stadt im Jahre 1720 nur durch 6.081 Personen bewohnt und bereits in 1740 durch 12.360. In 1820 stieg die Bewohnerzahl von Szczecin auf 27.681. Samt der Stadtentwicklung nahm die Zahl der Bewohner kontinuierlich zu: 55 Tsd. in 1855, 116 Tsd. in 1890, 237 Tsd. in 1911 und 381 Tsd. im Jahre 1939.
Infolge der Luftangriffe der Alliierten, besonders im Zeitraum von 1943 bis zum 1945, wurde die Bebauung der Stadt erheblich zerstört (in 60-70 %). Der Hafen mit umgebenden Analgen und Gebäuden sowie die Industrieobjekte der Stadt wurde entsprechend in 70-80 % und 80 % zerstört. Die meist von dem Krieg betroffenen Gebiete befanden sich an der Oder und im Stadtzentrum (darunter auch die Altstadt) von Szczecin.
Am 25. April 1945 hat der letzte Gauleiter von Szczecin, Franz Schwede-Coburg, gemeinsam mit den Wehrmachttruppen die Stadt verlassen. Am nächsten Tag wurde Szczecin durch die 65. sowjetische Armee unter Führung von Gen. Pavel Batov besetzt und schon am 28. April kamen die polnischen Behörden in die Stadt an. An der Spitze von Tymczasowy Zarząd Miasta (Vorläufigen Stadtverwaltung) stand Ing. Piotr Zaremba, der für den ersten Stadtpräsidenten von Szczecin ernannt wurde. In dieser Zeit befanden sich in Szczecin nur 200 Polen und ca. 6 Tsd. Deutschen, die in dem Stadtteil Niebuszewo (Zabelsdorf) gesammelt wurden. Der Kriegskommandant der Stad, der Oberst Aleksiej Fiedotov, erlaubte den Deutschen eigene Behörden zu gründen, die durch deutsche Kommunisten unter Führung von Erich Wiesner übernommen wurden. Ihre Strategie beruhte, im Hinblick auf die guten Kontakte mit sowjetischer Elite, auf Minderung der Niederlagefolgen und auf dem Schutz vor einigen territorialen Verlusten. Das gelang den Deutschen ganz gut, was vor allem dank die Unterstützung seitens der Engländer möglich war. Sie legten Proteste gegen das Ankommen der polnischen Behörden ein. Infolge dieser Ereignisse haben die Polen am 19. Mai Szczecin verlassen. Am 9. Juni kehrten sie wieder in die Stadt zurück aber nicht für lange, weil sie am 19. Szczecin erneut verließen. Sowohl der Stadtpräsident als auch der Wojewode von Szczecin meldeten sich letztendlich am 5. Juli 1945 an. Die polnischen Behörden übernahmen die Stadtverwaltung unter Ausschluss von dem Hafen, der vollkommen unter sowjetischer Verwaltung bis zum Jahre 1947 und teilweise bis 1955 blieb. Durch Stettiner Hafen, auch durch Wały Chrobrego (Hakenterrasse), haben die sowjetischen Truppen mehrere Kriegsbeute aus Deutschland transportiert.





